Investitionsrechnung tiefer als budgetiert
Die Investitionsrechnung rechnete mit Nettoinvestitionen von CHF 545'000. Da Projekte im Bereich Abwasserkanäle nicht umgesetzt werden konnten, belaufen sich die effektiven Nettoinvestitionen auf CHF 380'130. Die grössten Investitionsausgaben sind für die Dachsanierung mit Dämmung beim Schulhaus Lehnen angefallen. Ebenso sind weitere Anteile an den Abwasseranschluss der ehemaligen ARA Schmitten an die ARA Au, St.Gallen angefallen.
Deutlich höhere Fiskalerträge, insbesondere Sondersteuern
Der verbuchte Fiskalertrag beträgt CHF 2'955'379 und liegt damit um CHF 700'579 über dem budgetierten Wert. Insbesondere die Erträge aus Sondersteuern (Grundstückgewinn- und Handänderungssteuern) übertrafen den Voranschlag um rund CHF 395'400. Auch die allgemeinen Gemeindesteuern lagen mit rund CHF 308'600 über dem Voranschlag und bewegen sich trotz Steuersenkung im Jahr 2025 auf dem Niveau der Jahresrechnung 2024. Ob es sich dabei um einen einmaligen Effekt oder um eine nachhaltige Entwicklung handelt, lässt sich derzeit nicht abschliessend beurteilen.
Der Beitrag aus dem kantonalen Finanz- und Lastenausgleich fiel mit CHF 2'105'300 um CHF 114'700 tiefer aus als budgetiert. Zudem führte die Aufwertung der Wertschriften zu einem Buchgewinn von CHF 113'852.
Der Mehrertrag aus Sondersteuern sowie die Buchgewinne bei den Wertschriften sind als nicht wiederkehrende Effekte zu beurteilen und beeinflussen das positive Jahresergebnis wesentlich.
Ausblick mit Unsicherheiten
Für das Jahr 2026 ist bereits bekannt, dass an der Schule zusätzliche Förderlektionen mit der Folge von deutlichen Pensenerhöhungen notwendig sind. Dies wird Mehrkosten auslösen. Diese sind im aktuellen Voranschlag noch nicht berücksichtigt. Weitere Unsicherheiten ergeben sich aus noch unbekannten kantonalen Entlastungsmassnahmen, der Revision des Finanzausgleichsgesetzes sowie aus möglichen Auswirkungen des Wegfalls des Eigenmietwerts bei den Steuern als Folge des Volksentscheids. Der vorliegende Entwurf des Regierungsrates zum Finanzausgleichsgesetz für die 2. Lesung im Kantonsrat sieht für Hundwil um gut CHF 400'00 tiefere Einkünfte aus dem Finanzausgleich vor. Trotz geplanten Abfederungsmassnahmen sind dies ganz düstere Aussichten. Zudem ist in den kommenden Jahren infolge des demographischen Wandels, mit steigenden Gesundheitskosten und höheren Gemeindeanteilen für Ergänzungsleistungen der AHV und IV zu rechnen.
Die laufenden Ausgaben können weiterhin nicht vollständig durch eigene Einnahmen gedeckt werden. Die Gemeinde bleibt in erheblichem Mass vom kantonalen Finanzausgleich abhängig. Der Stärkung des Eigenkapitals kommt deshalb hohe Priorität zu.
Aufwandentwicklung in einzelnen Bereichen der Jahresrechnung2025
Tiefere Ausgaben ergaben sich unter anderem bei den Wanderwegen (Projekt Rachentobelbrücke im 2025 sistiert), in der Pflegefinanzierung, in der wirtschaftlichen Sozialhilfe sowie im Asylwesen. In diesen Bereichen sind einzelne Positionen schwer planbar und fallabhängig. Der Besserabschluss ist keineswegs eine Folge von aufgeschobenem Unterhalt.
Im Bildungsbereich führten angepasste Vereinbarungen mit den Gemeinden Stein und Urnäsch zu höheren Kosten. Die Anpassung der Verträge erfolgte auf Basis von ausgewiesenen Kosten. Bei der Oberstufe fielen aufgrund leicht tieferer Schülerzahlen geringere Aufwendungen an. Der Besserabschluss ist überwiegend auf Mehreinnahmen zurückzuführen und nicht auf aufgeschobene Positionen zurückzuführen.
Spezialfinanzierungen, Eigenkapital und Fremdkapital
Die Spezialfinanzierungen weisen durchwegs Aufwandüberschüsse aus. Aufgrund des beträchtlichen Defizits in der Wasserversorgung wird das Wasserreglement per Januar 2026 im Tarifmodell und der Tarifordnung angepasst.
Das Eigenkapital erhöhte sich um rund CHF 968'800 auf CHF 7'973'200. Damit bestehen zusätzliche Möglichkeiten zur finanziellen Stabilisierung und zum weiteren Aufbau der Reserven. Auch künftig budgetierte negative Jahresergebnisse können dadurch abgefedert werden.
Das Fremdkapital beträgt per 31. Dezember 2025 rund CHF 3'078'800 und konnte gegenüber dem Vorjahr um CHF 661'700 reduziert werden. Der Nettoverschuldungsquotient per Ende 2025 liegt bei --33 %. Das Nettovermögen pro Einwohner beträgt nach dem Jahresabschluss 2025 CHF1'103.
Die Steuerkraft der Gemeinde ist im kantonalen Vergleich weiterhin tief. Der Steuerfuss liegt trotz Steuersenkung im oberen Bereich. Bei Gesamtausgaben von rund CHF 6.3 Mio. ist die Gemeinde ohne Beiträge aus dem Finanz- und Lastenausgleich von rund CHF 2.1 Mio. nicht in der Lage, ihre Ausgaben vollständig durch eigene Erträge zu decken. Dies gilt es klar zu Bedenken.